Rübenfax vom 26. März 2026

Witterung

Der Wetterumschwung ist gekommen mit niedrigeren Temperaturen, allerdings waren statt umfangreichen Regenmengen nur wenige Tropfen zu vermelden. Die nächsten Tage können leichte Nachtfröste kommen. Der Samstag bietet sich für Feldarbeiten an, ab Montag ist Niederschlag angesagt.

Aussaat 2026

Durch die Ankündigung der Niederschläge wurden ab Ende letzter Woche mehr Sägeräte eingesetzt, was wiederum weitere Landwirte auf die Felder lockte. In Plattling dürften aktuell gut 70 % der heuer wenigeren Rübenflächen bestellt sein, in Rain ist es circa die Hälfte. Für die Aussaat gab es etwa ebenso viele Gründe wie fürs Abwarten. Kälte mit Schossanfälligkeit und Frostschäden, geringerer Insektizidschutz in der Pille, Bodenfeuchte (je nach Standort und Zwischenfrucht) und drohende Verschlämmungsschäden sprachen gegen eine Aussaat. Ein geeignetes Saatbett und ein günstiges Saatfenster, eine anstehende längere Regenpause, etwas höhere Ertragserwartungen sowie die eigene Ungeduld beim Beobachten der Nachbarn waren Gründe dafür. Die Entscheidung der Anbauer fand in beide Richtungen gute Argumente.

Mäusefraß vermeiden

Durch die Schneebedeckung kamen Mäuse gut durch den Winter. Zumindest sind in den Weizenschlägen, aber auch auf Feldrainen usw. viele bewohnte Mauslöcher zu finden. Solange die Pillen noch trocken sind, werden sie häufig von Mäusen gesucht, die Pille aufgeknackt und der Samen herausgefressen. Hier hilft oft nur eine Ablenkfütterung z.B. aus Weizen und Sonnenblumenkernen. Das Aufstellen von Sitzstangen oder das Einbringen von Rodentiziden in Mauslöcher ist zwar langfristig zu bevorzugen, bringt aber oft kurzfristig keine Abhilfe.

 

Solange die Rübenpillen nicht gequollen sind, ist vor allem in trockenen Jahren eine Ablenkfütterung nötig. Bei kleineren Schlägen reicht es aus, Häufchen mit Weizen und Sonnenblumenkernen am Feldrand abzulegen.

Glyphosat-Einsatz

Einige Produkte sind nicht nur vor, sondern auch bis max. 5 Tage nach der Aussaat zugelassen. Hier kann in den nächsten Tagen eine Anwendung erfolgen, z.B. von Roundup Future (bis 3,2 l/ha), Amega 360 (bis 3 l/ha) oder Dominator 480TF (bis 3,75 l/ha).

Dies ist nur bei Direkt- oder Mulchsaat möglich. Beachten Sie die Anwendungsbeschränkungen und füllen Sie das Formular zur Dokumentation von Glyphosat-Anwendungen bei der LfL aus:            https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/284770/index.php

Die Zugabe von Metamitron-haltigen Produkten (Goltix) als Vorauflaufvariante (VA) ist dabei möglich, um die Bodenfeuchte gut auszunutzen. In der Regel werden aber bei VA-Kombinationen in Summe der Maßnahmen höhere Gesamtmengen benötigt als bei reinen Spritzfolgen im Nachauflauf (NA).

Schnecken

Schneckenfraß ist ab dem Auflaufen der Rüben ein Problem. Zur Kontrolle können bereits Köderstellen angelegt werden. Dazu streuen Sie wenige Quadratmeter mit (Metaldehyd-haltigem) Schneckenkorn ab und legen einen Sack oder ein Brett als Unterschlupf aus. Darunter können Sie dann auf Schnecken bzw. Schleimspuren kontrollieren. Da in der kommenden Woche aktuell Niederschläge vorhergesagt werden und die meisten Molluskizide nur bedingt regenstabil sind, ist im Fall einer Schadschwellenüberschreitung (2 Schnecken/m²) die Ausbringung erst hinterher sinnvoll.

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