Witterung
Die Gewitterneigung hält bis Samstag an. Ab Sonntag wird es eher trocken bleiben bei nur mäßigen Temperaturen.
Blattkrankheitenmonitoring
Insgesamt nehmen die Rübenblätter mit einem Cercospora-Befall weiter zu. Besonders Auffällig ist das Plattlinger Nahgebiet. Hier weisen bereits 6 von 14 Standorten einen zweistelligen Befall auf. Kontrollieren Sie hier intensiv Ihre Bestände, denn oftmals ist die Schadschwelle von 5 % bereits überschritten:
Übersicht Blattkrankheitenmonitoring KW 29
Zur Ermittlung des Befalls kontrollieren Sie über den Schlag hinweg 100 Blätter im mittleren Blattbereich der Rübe. Die Schadschwelle ist überschritten, wenn 5 % der Blätter mit einem oder mehreren Erregern befallen sind. Hierzu zählen die meist auftretende Cercospora, aber auch Mehltau, Rost und Ramularia. |
Durch starke Gewitterniederschläge, Graupel oder Hagel können auch Beschädigungen am Blatt entstehen. Bakterielle Blattflecken sind dann oftmals die Folge. Da diese leicht mit Cercospora verwechselt werden können, finden Sie hier die jeweiligen Erscheinungsbilder:
Bakterielle Blattflecken sind eher unförmig mit schwarzbraunem Rand. Die Blätter sind häufig eingerissen oder durchlöchert. Die Blattadern sind oftmals befallsfrei. Fungizide wirken gegen bakterielle Blattflecken nicht!
Cercospora Blattflecken sind bei Befallsbeginn rund mit einem rötlich braunen Rand. In der Mitte sind zeitweise schwarze Punkte und ab ca. 8-facher Vergrößerung ein „Pilzrasen“ erkennbar.
Auf den ersten Standorten kann demnächst eine Folgebehandlung anstehen. Um keine Wirkungslücken entstehen zu lassen, sollte die zweite Maßnahme innerhalb von drei Wochen durchgeführt werden, beziehungsweise innerhalb von einer Woche nach Niederschlägen. Ein Wirkstoffwechsel und ein erneuter Kupferzusatz in den Hauptgebieten macht Sinn. Auch die besten Mittel weisen nur eine geringe „heilende“ Wirkung auf, sondern sind eher „vorbeugend“ einzusetzen. Die Witterung der nächsten Zeit wird das Infektionsgeschehen weiter anheizen.
Jetzt EUF-Proben ziehen!
Aktuell läuft die Sommerziehung der EUF-Proben. Falls Sie noch keine Proben angemeldet haben, sollten Sie diese möglichst bald im Rohstoffportal beantragen.
Glyphosat-Einsatz auf der Stoppel
Die Anwendungsmöglichkeiten von Glyphosat wurden deutlich eingeschränkt. Gegen perennierende Unkräuter wie Distel-, Winden- und Ampfer-Arten ist der Einsatz auf der Getreidestoppel außerhalb von besonderen Schutzgebieten weiterhin zulässig, wenn keine anderen Alternativen zur Verfügung stehen. Beachten Sie die Hinweise der LfL z. B. im Hinblick auf die Dokumentation:
https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/284770/index.php
Schosser, Unkrautrüben und Spezial-Unkräuter entfernen
In vielen Beständen sind noch Schosser, Unkrautrüben oder Spezial-Unkräuter wie Samtpappel, Stechapfel und Co. Vielfach hat nach dem ersten Durchgang nun ein weiterer Austrieb hat stattgefunden. Entfernen Sie diese am besten vor der nächsten Fungizidbehandlung!
Das Samenpotential der Schosserrüben ist nicht zu unterschätzen. Besonders wenn Sie Rübensorten mit Conviso-Toleranz ausgesät haben, ist das Entfernen des Samenpotentiales unerlässlich, da sich diese auch über die Fruchtfolge hinweg nicht so leicht mit Herbiziden beseitigen lassen.



