Rübenfax vom 17. August 2026

Witterung

In dieser Woche bleiben die Temperaturen etwas milder und gelegentlich kann es regnen. Diese Bedingungen werden jedoch weitere Cercospora-Infektionen fördern.

Blattkrankheitenmonitoring

Rübenschläge, die nesterweise auch schon morgens welken und sich nicht mehr erholen, werden mehr. Auch die Nester „wachsen“ bei anhaltender Trockenheit weiter. Diese Stellen sind allerdings nicht maßgebend für den Cercospora-Befall. Bei der Kontrolle sollten die Rüben des Schlages betrachtet werden, die meistens noch aufrecht stehende Blätter haben.

Im Plattlinger Nah-Gebiet weisen viele Bestände schon Boniturwerte um 90 % auf. Hier steht jetzt die dritte Behandlung an. Gleichzeitig sind aber keine Pauschalaussagen möglich, weil trockenheitsbedingt in manchen Lagen tatsächlich kein weiterer Anstieg zu verzeichnen war. Bei Tau oder auch nur sehr geringen Niederschlagsmengen und dichtem Blattapparat konnte sich Cercospora allerdings weiter ausbreiten.

Während von Rain aus Donau-abwärts ebenfalls höhere Befallswerte ermittelt wurden, scheint der Rest des Rainer Gebietes heuer recht blattgesund durch die Saison zu kommen.

Ergebnis Blattkrankheitenmonitoring BKM 2026_KW33

Proberodungen

Am 27. Juli wurden die ersten Rüben der Proberodungen ausgestochen. Das Wurzelgewicht lag in Plattling mit 469 Gramm und in Rain mit 533 Gramm deutlich unter den mehrjährigen Werten. Da auch das Rübenblattgewicht deutlich niedriger war, ist selbst bei hohen Niederschlagsmengen nicht mit einem schnell steigenden Rübengewicht zu rechnen, da für den Neuaustrieb erst ein Verbrauch zu Buche schlägt. Positiv ist allerdings das sehr hohe Zuckergehalt in den Rüben mit durchschnittlich über 17 %. Der bereinigte Zuckerertrag schafft es in Rain damit auf ein Durchschnittsniveau, in Plattling fehlen etwa 15 %. In Summe mit der deutlich zurückgenommenen Anbaufläche wird auch bei uns eine sehr geringe Zuckerernte eingefahren werden.

Der VSZ hat daraufhin als Pressemitteilung veröffentlicht: „Niedrigste Zuckerrübenernte seit der Wiedervereinigung“.

Am letzten Montag wurden erneut Proberodungen durchgeführt. Beim Rübengewicht zeigte sich trotz Trockenheit ein leichter Anstieg. In Plattling lag der mittlere Wert bei 581 Gramm, in Rain nun bei 687 Gramm. Damit fehlen in Rain etwa 20 % Gewicht, in Plattling sogar 30 %. Auffällig ist dabei auch die extreme Spreizung zwischen den Einzelstandorten. Durch den geringen Wassergehalt weisen die Rüben im Gegenzug einen sehr hohen Zuckergehalt von etwa 18 % auf. Bei den Nicht-Zuckerstoffen wurden ebenfalls extrem hohe Werte gemessen. Das Blattgewicht ging noch einmal zurück.

Beim bereinigten Zuckerertrag liegt Plattling deutlich hinter Rain zurück.

Sollten in dieser Woche weitere Niederschläge eintreffen, wird die Rübe im Gegensatz zum Mais mit einem Neu-Austrieb der Blätter reagieren. Dies kostet zwar erst einmal Ertrag, kann mittelfristig den Zuckerertrag jedoch noch anheben.

Flusspegel und Grundwassermessstellen weisen neue Niedrigstmesswerte auf. Kein Wunder also dass auch den Rüben vielerorts das Wasser ausgeht. Im Gegensatz zu anderen Sommerungen können Zuckerrüben sich jedoch beim nächsten anhaltenden Regen wieder erholen.

Rübenfax vom 17. August 2026

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