Rübenfax vom 17. September 2026

Witterung

Der Sommer will nicht enden. Es ist zwar bereits deutlich kühler und die Nachttemperaturen fallen teilweise in den einstelligen Bereich mit entsprechend viel Tau, aber der Wasservorrat in den Böden ist noch immer ausgesprochen niedrig. Bei Tageswerten von 20 °C kann besteht weiterhin die Gefahr von Cercospora-Infektionen.

Blattkrankheiten und SBR/Stolbur

Cercospora konnte sich in den letzten zwei Wochen erneut massiv ausbreiten. Die Bestände, die reihenweise die älteren Blätter abwerfen, werden stetig mehr.

Für eine weitere Fungizidausbringung ist es nun Mitte September in aller Regel zu spät, zumal die Wartezeiten der einzelnen Mittel beachtet werden muss.

Nicht braun, sondern eher gelb färbt sich der Blattapparat bei SBR-Befall. Das Verbreitungsgebiet der Krankheit konnte sich etwas weiter vergrößern, allerdings sind die Symptome nicht so weit verbreitet, wie es auf Grund des Zikadenmonitorings zu vermuten war. Dennoch müssen die tatsächlichen Zuckergehalte und Versuchsergebnisse abgewartet werden, um diesen Eindruck zu bestätigen.

Stolbur ist heuer – von den Symptomen her – weniger anzutreffen. Bei der aktuellen Trockenheit müssten deutlich mehr Einzelrüben in ansonsten vitalen Beständen Welke-Symptome zeigen.

 

Die zuvor grünen Rübenblätter wechselten bei anfänglichem SBR-Befall stellenweise schon zu gelb. Seit Anfang September kommt wegen Cercospora auch noch braun dazu.

Proberodungen

Das Ergebnis der dritten Proberodung am 7. September brachte leider nicht den erhofften Zuwachs. Beim Einzelrübengewicht fehlen gut 20 % auf den mehrjährigen Schnitt, das Rübenblatt wiegt sogar nur halb so schwer wie üblich. Der Zuckergehalt, der mit ca. 16,6 % zwar fast einen Prozentpunkt über dem mehrjährigen Wert liegt, kann das geringe Rübengewicht nicht ausgleichen. Beim bereinigten Zuckergehalt werden in Südbayern schlussendlich etwa 15 % fehlen. Die Schere zwischen den einzelnen Proberodungsstandorten geht sehr weit auseinander. Einige Regionen in Plattling wird der Minderertrag dabei am heftigsten treffen. Aus diesem Grund wurde die Ernteschätzung in Plattling um weitere vier Tonnen auf 76 t/ha gesenkt, in Rain um zwei auf 80 t/ha.

In der kommenden Woche werden erste Rodeergebnisse die Situation untermauern. In Rain startet die Rübenanfuhr am 22. September, in Plattling am 24. September.

Starten Sie bei mehreren Abfuhrterminen mit den schlechteren Feldern, da diese auch den geringeren Zuwachs aufweisen werden. Voraussetzung ist natürlich, dass Wegeverhältnisse und Rundeneinteilung einen Flächentausch zulassen.

Zuckerrübenliefervertrag und zweite Saatgutfrühbestellung

Wie Ihnen im Südzuckeranschreiben bereits mitgeteilt wurde, können 2027 wieder 100 % des Zuckerrübenlieferrechtes kontrahiert werden. Aktuell kann der Zuckerrübenliefervertrag noch nicht abgeschlossen werden. Sobald die IT-Abteilung fertig ist, werden wir Sie darüber informieren. Für Landwirte, die bereits 90 % vertraglich fixiert haben, ist nach einem Anruf in der Rübenabteilung die Ausweitung auf 100 % ebenfalls möglich.

Durch die kurzfristige Anbauerhöhung kann ein weiterer Saatgutbedarf entstehen. Nach Absprache mit den Saatgutfirmen wurde der Frühbestellrabatt verlängert. Die vergünstigte Nachbestellung ist allerdings nur bis 25. September möglich.

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