Rübenfax

Witterung
Die nächsten Tage werden sehr heiß. Erst gegen Mitte der nächsten Woche soll sich die Hitzeperiode in Sommergewittern entladen.

Stand der Rüben
Die Rüben stehen – wie die anderen Ackerkulturen auch – aktuell sehr gut da. Die reichen Niederschläge bei gleichzeitig hohen Temperaturen führten zu sehr günstigen Vegetationsbedingungen. Das Blattwerk der Rüben ist nicht nur geschlossen sondern mittlerweile üppig ausgebildet.

Schosser
Durch die sehr frühe Saat und die anhaltend kühlen Temperaturen nach dem Auflaufen wurde bei vielen Rüben ein ausreichender Kältereiz gesetzt, so dass sich heuer vergleichsweise viele Schosser bilden werden. Einige davon sind bereits zu sehen. Sie können bereits jetzt die noch feuchten Böden nutzen, um die Schosser auszuziehen. Spätestens aber vor der ersten Fungizidmaßnahme sollte ein erster Durchgang durchgeführt werden. Wenn Sie die Schosser vor dem Blühen ausziehen, können Sie diese nur abknicken und dann im Feld liegen lassen. Wenn Sie die Schosser zu spät ausziehen, müssen Sie die Triebe aus dem Bestand entfernen, was entsprechend aufwändiger ist.

Pflanzenschutz
Derzeit stehen keine Maßnahmen an. Gegebenenfalls kann eine Bor-Düngung noch durchgeführt werden. Die Läusepopulation wurde durch die Niederschläge erheblich reduziert, außerdem stieg die Schadschwelle mit Reihenschluss bei der schwarzen Bohnenlaus auf 50 % mit Kolonien befallener Pflanzen an. Auch der Schaden, den die grüne Pfirsichblattlaus durch die Virenübertragung anrichten könnte, wird im späteren Stadium immer geringer.

Die teilweise heftigen Niederschläge haben oft zu Beschädigungen am Rübenblatt geführt. Hier werden nun Bakterielle Blattflecken sichtbar. Diese Schäden zeigen sich teils auch dadurch, dass einzelne Rübenblätter eingerissen sind. Bakterielle Blattflecken erschweren die Cercospora-Bonitur, sind jedoch mit Fungiziden nicht bekämpfbar und wachsen sich wieder aus.

Das Cercospora-Monitoring startet wegen des frühen Reihenschlusses im südbayerischen Gebiet schon in der kommenden Woche (KW 25). Gegen Ende der Woche können wir Ihnen vermutlich erste Ergebnisse mitteilen, es ist allerdings noch mit keinem Aufruf zu rechnen.
Für die Cercospora-Bekämpfung ist der erste Grundstein mit den im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gesünderen Sorten ohnehin gelegt. Für den Schutz durch Fungizide wurden neben den zugelassenen Präparaten, wie Domark, Score und Amistar Gold einige Notfallzulassungen ausgesprochen (Propulse, Diadem). In den Hauptbefallsgebieten die bisher zwei oder mehr Behandlungen benötigten, wird die Beimischung eines Kupferpräparates zum Azol empfohlen. Auch hierfür gibt es Notfallzulassungen (Funguran Progress, Coprantol Duo, Yukon, Cuproxat).

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