Rübenfax vom 2. Juli 2026

Witterung

Bis Samstag steigen die Temperaturen wieder deutlich an, es wird sonnig. Ab Sonntag kann es erneut zu weiteren Niederschlägen kommen.

Blattkrankheitenmonitoring

Die vorhergesagte Wärme bringt bei ausreichender Feuchtigkeit zwar günstige Wachstumsverhältnisse für alle Sommerungen, allerdings sind nun auch die Infektionsbedingungen für Cercospora ideal. Sofern Sie also bereits einen Befall auf Ihren Flächen festgestellt haben, ist eine Behandlung durchaus angebracht.

Boniturergebnisse der KW 27 BKM 2026_KW27

Im Einzugsgebiet unserer beiden Werke werden wöchentlich gut 60 Standorte von den Ämtern und den SRS kontrolliert. An zahlreichen Standorten im gesamten Donautal, den Gäulagen und im Isartal wurde bereits ein Erstbefall festgestellt. Dieser ist meist noch unter der Schadschwelle von 5 %. Da die Infektionsbedingungen allerdings optimal sind und die Kurativ-Leistung der Fungizide sehr gering ist, sollte die erste Maßnahme unverzüglich bei Erreichen der Schadschwelle ausgebracht werden.

Trotz des engmaschigen Boniturnetzes ist die eigene Befallsermittlung nach der Blattrupfmethode unumgänglich. Dazu entnehmen Sie 100 Blätter aus dem mittleren Blattbereich und summieren alle Blätter, die einen der Schaderreger Cercospora, Ramularia, Mehltau oder Rost aufweisen. Bis Ende Juli liegt die Schadschwelle bei 5 %.

Optimieren Sie im Falle einer Behandlung alle Stellschrauben wie Wassermenge (300-400 l/ha), Witterung (Verdunstung, Thermik, Ausbringzeitpunkt), Netzmitteleinsatz bei ungünstigen Verhältnissen und Mittelwahl.

In den Starkbefallsgebieten ist für die Erstbehandlung eine Kombination aus Prothioconazol-haltigem Mittel plus Kupfer-Zusatz ratsam. Die wirksamsten Mittel sind Propulse (1,2 l/ha), Univoq (1,5 l/ha), Panorama (0,6 l/ha), Maganic (0,8 l/ha) und Cortina (0,4 l/ha). Als Kupferzusatz wurden einige Präparate nun regulär zugelassen: Recudo (1,0 l/ha), Coprantol Duo (1,8 l/ha) oder Grifon (1,8 l/ha). Weitere Notfallzulassungen (z.B. für Funguran Progress) gibt es bisher nicht.

Für die Zweitbehandlung wird ein Wirkstoffwechsel empfohlen z.B. auf Diadem (1,0 l/ha). Hier ist der Kupfer-Zusatz dann besonders wichtig.

Bei der Kombination von Insektiziden zur Zikadenbekämpfung mit Fungiziden gilt bei den meisten Mischungen die B1- oder B2-Auflage d. h. es dürfen keine blühenden Unkräuter oder Schosser im Bestand sein.

Da ein späterer Befall mit SBR oder Stolbur nach letzten Ergebnissen in Rüben weniger Schaden verursacht, ist es ohnehin zu überlegen in wie fern sich eine weitere Insektizidmaßnahme noch rechnet.  

Spezialunkräuter, Schosser und Unkrautrüben – sowie blühende Unkräuter!

Nutzen Sie die etwas kühleren Temperaturen, um die Bestände auf Unkraut zu kontrollieren. Neben den Spezial-Unkräutern, wie der Samtpappel, stehen bereits einige Schosser über die Rübenbestände hinaus. Diese müssen per Hand beseitigt werden, um die Flächen langfristig für den Rübenanbau interessant zu halten. Dies gilt umso mehr für Conviso-tolerante Sorten, da diese auch in anderen Kulturen gut überleben und sich vermehren können.

Zuckerrübenfeld in Bayern
Nutzen Sie die Zeit vor der Getreideernte um die Rübenschläge von Schossern, Unkrautrüben und Spätverunkrautung zu bereinigen.
Zuckerrübenfeld in Bayern

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