Rübenfax vom 30. Juli 2026

Witterung

Es ist heiß und trocken und so bleibt es auch. Allerding besteht die Aussicht auf gewittrige Niederschläge. Wer diese bekommt und in welcher Menge, da sind sich die Wettermelder uneinig.

Blattkrankheitenmonitoring

Allmählich werden die Infektionen sichtbar, die vor zwei Wochen entstanden sind. Wenig überraschend war daher, dass auch in dieser Woche erneut ein deutlicher Anstieg bei den Boniturwerten zu verzeichnen war. Besonders das Plattlinger Nahgebiet ist betroffen. Bei weniger toleranten Sorten ist beinahe jedes Blatt befallen. In weiter entfernten Regionen ist der Befall wegen der anhaltenden Trockenheit noch moderat. Wichtig ist dennoch, rechtzeitig den Fungizidschutz aufzufrischen.

Monitoringergebnis: BKM 2026_KW31

Im Starkbefallsgebiet ist mit knapp dreiwöchiger Wirkung zu rechnen.

Wegen der extremen Hitze eignen sich dafür fast nur die sehr frühen Morgenstunden, wenn das Rübenblatt einigermaßen aufrecht steht. Andernfalls ist eine ordentliche Benetzung kaum möglich. Eine ausreichende Wassermenge, geeignete Düsen etc. sind selbstverständlich. Rübenblätter, die dauerhaft übereinander am Boden aufliegen, sind kaum zu benetzen. Da dieser Blattapparat ohnehin größtenteils wegen Hitzeschäden absterben wird, sollte man sich hier auf den Neuaustrieb nach Niederschlägen konzentrieren.

SBR/Stolbur – erste Symptome

Mit gelben Blattspitzen machen sich nun auch die ersten SBR-Symptome bemerkbar. Meist sind es noch einige gelbe „Blinker“, die in den Rübenschlägen zu finden sind. Der fortschreitende Zeitverlauf wird zeigen, wo es bei einzelnen Rüben bleibt und wo ganze Bestände gelb werden. Die Vergilbung beginnt bei den Blattspitzen, während die Blattadern länger grün bleiben. Die jüngeren Blätter sind dann schmal und spitz (lanzettförmig). Bei der aufgeschnittenen Rübe sind später verbräunte Leitbündel sichtbar. Gelbe Blätter oder Blattspitzen können aber auch viele andere Ursachen haben, beispielsweise Blattwanzen. Hier wäre auf der Rückseite ein Einstich in die Mittelader sichtbar.

Stolbur-Symptome lassen sich bei der extremen Trockenheit schwieriger ausfindig machen. Bei nesterweise schlafenden bzw. welkenden Rüben ist meist einfach Wassermangel die Ursache. Verdächtig sind jedoch einzelne oft etwas frei stehende Rüben im ansonsten vitalen Bestand, die auffällig vergilbende und welkende Blätter zeigen und eine „gummiartige“ Rübenwurzel haben.

Gelbe Blätter, lanzettförmige Herzblätter und verbräunte Leitbündel sind die klassischen Zeichen für einen SBR-Befall.

Glyphosat-Einsatz auf der Stoppel

Die Anwendungsmöglichkeiten von Glyphosat wurden deutlich eingeschränkt. Gegen perennierende Unkräuter wie Distel-, Winden- und Ampfer-Arten ist der Einsatz auf der Getreidestoppel außerhalb von besonderen Schutzgebieten weiterhin zulässig, wenn keine anderen Alternativen zur Verfügung stehen. Diese Möglichkeit sollte auch angewendet werden, da durch die Einschränkungen im Pflanzenschutz für manche Unkräuter keine alternativen Wirkstoffe zur Verfügung stehen. Beachten Sie die Hinweise der LfL z. B. im Hinblick auf die Dokumentation:

https://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/284770/index.php

Rübenfax vom 15. Juli 2026

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