Witterung
Es bleibt weiterhin zwar trüb, aber meist nahezu regenfrei. Am Sonntag ist die Regenwahrscheinlichkeit am höchsten. Die Temperaturen sollen bald wieder 20 °C erreichen.
Saatenstand
Mittlerweile konnten alle Gebiete die Aussaat abschließen. Die Niederschläge am vergangenen Freitag verhalfen auch trocken liegenden Rübenpillen zur Keimung. Die vor drei Wochen gesäten Rüben sind nun im Keimblattstadium, hier wird gerade die erste Herbizidbehandulng (1. NAK) durchgeführt. Die noch vorhandene Feuchtigkeit im Boden lässt eine gute Wirkung erwarten.
Feldaufgang zählen
Um die Bestandesdichten zu beurteilen und um möglichst viele Rüben ins Ziel zu bekommen, ist weiterhin eine stetige Kontrolle auch auf Schädlinge nötig. Damit Sie ermitteln können ob noch Pflanzen auflaufen oder ob vorhandene Keimlinge verschwinden, sollten Sie an unterschiedlichen Stellen im Schlag Zählstrecken anlegen. Markieren Sie dazu im Schlag 10 m bei der 50er Reihe und 11 m bei der 45er Reihe. Durch Auszählen von zwei Reihen in diesem Abschnitt erhalten Sie die Anzahl Rüben in 1.000 Pflanzen je Hektar. Ziel sind Bestände über 90.000 Pflanzen.
Schnecken
Die feuchte Witterung ist optimal für das Vorkommen von Schnecken. Mit Köderstellen (Jutesack plus Metaldehyd-haltiges Schneckenkorn) können Sie kontrollieren, ob Schnecken vorhanden sind. Seit den Niederschlägen am Freitag wurde die Schadschwelle von zwei Schnecken je Quadratmeter mehrfach überschritten.
In Rüben zugelassen sind beispielsweise Mollustop, Delicia Schneckenlinsen bzw. InnoProtect Schneckenkorn (je 3 kg/ha) oder Metarex Inov (je 5 kg/ha), Ferrex bzw. InnoProtect Schneckenkorn E III P (je 6kg/ha) oder Axcela, Ironmax Pro bzw. Sluxx HP (je 7 kg/ha) u.a.
Pflanzenschutz
Mit den Rüben laufen in der Regel auch die ersten Unkräuter auf. Gänsefuß, Melde und Windenknöterich haben in etwa die gleichen Temperaturanforderungen wie die Rübe. Nutzen Sie auch die gegebene Bodenfeuchte für eine gute Herbizidwirkung aus.
Möglich ist beispielsweise die Standardmischung aus:
(Bodenmittel) | 1,0 l/ha Metafol SC/Goltix Gold plus |
(Blatt-Komponente) | 0,75 – 1,0 l/ha Belvedere Duo oder Betanal Tandem oder 1,0 – 1,25 l/ha Betasana SC + 0,3-0,4 l/ha Oblix/Stemat/.. oder 1,6 – 1,8 l/ha Wizard (weniger Öl wg. EC-Formulierung) plus |
(Additiv) | 0,5 (nach Regen) – 1,0 (mit Wachsschicht) l/ha Öl (z.B. Hasten/Mero/Access) |
Bei stärkerem Besatz mit Knöterich-Arten oder Raps kann auf Lehmböden ab der 1. NAK 0,2 l/ha Venzar 500 SC dazugegeben werden. Auf leichten Böden muss die Menge deutlich reduziert werden! Bei Taubennessel, Ehrenpreis, Hundspetersilie oder Gefahr von Spätverunkrautung kann die Standardmaßnahme alternativ mit 0,3 l/ha Tanaris ergänzt werden. Bei Gänsefuß, Hundspetersilie, Schönmalve u.a. kann v.a. bei Trockenheit das blattaktive Rinpode mit 0,026 l/ha beigefügt werden. Es ist jeweils nur ein weiteres Herbizid zur Standardmischung ratsam.
Zur Bekämpfung von Blattläusen als Virusvektoren wurden bereits Notfallzulassungen ausgesprochen für Pirimor G (0,3 kg/ha), Danjiri (0,25 kg/ha) und Carnadine (0,25 l/ha). Ab dem 6-Blatt-Stadium ist regulär Teppeki (140 g/ha) zugelassen. Bislang wurden noch keine Läuse gefunden!



